Manche Glückspilze erwischt es nie, andere sind gefühlt ständig erkältet. Kleinkinder sind im Durchschnitt sechs- bis zehnmal im Jahr erkältet, Erwachsene trifft es immerhin noch zwei- bis dreimal pro Jahr.1 Wenn die Abwehrkräfte versagen, hilft vor allem viel trinken und ganz viel Ruhe und Schlaf. Aber es gibt durchaus manches, was man sonst noch unterstützend tun kann.

Bei mir gibt es eigentlich immer als Erstes einen großen Topf Rinderkraftbrühe (am besten selbst gemacht!), das gibt Kraft. Und am nächsten Tag eine Hühnersuppe (gibt es konzentriert in Gläsern, wobei auch hier wieder selbstgemacht am besten schmeckt). Viele schwören auch auf scharfes Essen – Chili, Peperoni und Paprika enthalten, wie schon im gestrigen Artikel erwähnt, das entzündungshemmende, immunstärkende Capsaicin; und auch Ingwer ist gut für die Abwehrkräfte, im Essen oder als Tee. Ich koche außerdem kannenweise Salbeitee, der hat desinfizierende, keim- und entzündungshemmende Eigenschaften2. Ebenfalls ein heißer Tipp ist Zistrosentee dank antiviraler und antibakterieller Eigenschaften3.

Aus dem Garten kommt Unterstützung in Form der Kapuzinerkresse – die hat nicht nur dekorative essbare Blüten und schmeckt obendrein im Salat (leicht scharf), sondern unterstützt auch bei der Infektabwehr. Die Wirkstoffe von Kapuzinerkresse und Meerettich gibt es außerdem in kombinierter Form auch als frei verkäufliches Arzneimittel in der Apotheke.

Besonders bei eher bakteriell verursachten Infektionen, z. B. eitrigen Mandeln, kann Manuka-Honig aus Neuseeland punkten, da haben wir zuletzt gute Erfahrungen mit gemacht. Sehr teuer, wie ich finde (u. a. in der Drogerie erhältlich), aber ich hab auch durchaus schon mehr Geld für weniger sinnvolle Sachen ausgegeben.

Unser Junior hat immer schnell mit Reizhusten zu tun, laut Kinderarzt ist da am besten Inhalieren, Inhalieren und nochmals Inhalieren (mit Salzlösung und Vernebler, den es damals auf Rezept gab). Gern wird empfohlen, ein feuchtes Handtuch aufzuhängen. Für eine noch aktivere Befeuchtung der Luft hatte ich irgendwann mal dieses Gerät hier besorgt, das einigermaßen leise genug ist, um es auch mal nachts eine Weile laufen zu lassen. Ich bilde mir ein, dass der Husten damit immer etwas schneller wieder besser wurde.

Meine Schwachstelle als Kind waren die Ohren, die Narben sieht man angeblich heute noch auf dem Trommelfell. Als ich letzten Winter mal wieder mit schmerzenden Ohren aufwachte, blieben mir – schwanger wie ich war – nicht viele Optionen, außer es mal mit dem Hausmittel Zwiebelsäckchen zu probieren (Zwiebel kleinhacken, in einen Waschlappen, den man nicht mehr braucht, in die Mikro zum leichten Erwärmen, vorsichtig aufs Ohr und ne alte Mütze drüber) … so zwiebelduftbehaftet traut man sich zwar nicht in die Öffentlichkeit, aber lieber das als eine Mittelohrentzündung. Abends war es besser, am nächsten Tag ganz weg. Hätte ich nicht geglaubt, aber diese altbewährten Hausmittelchen werden halt auch nicht ganz ohne Grund weitergegeben. Die in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Öle sind entzündungshemmend und helfen ja bekanntlich auch bei Insektenstichen gut.

Noch so ein Hausmittel ist ein heißes Erkältungsbad, sozusagen als künstliches Fieber (was ja die natürliche Strategie des Körpers darstellt, um Krankheitserreger rauszuschwitzen). Fieber kann und sollte man demnach auch ruhig zulassen und erst ab 38,5 Grad senken, sagt unser Kinderarzt.

A propos Erkältungsbad, bitte unbedingt Vorsicht mit ätherischen Ölen (beispielsweise in Badezusätzen) bei Kindern unter 3 Jahren.4 Statt regulärem Erkältungsbalsam, der meist Eukalyptus und Kamper enthält, kam Thymian-Myrte-Balsam (von der Bahnhof-Apotheke) damals als willkommener Tipp aus der Verwandtschaft. Zusammen mit Engelwurzbalsam (Casida) für die Schnupfennase ist das bei uns immer noch Standard in der Medikamentenschublade.

Thymian hilft übrigens nicht nur als Balsam, sondern auch als Tee gegen Husten. Pur finde ich ihn sehr gewöhnungsbedürftig, aber als Bronchialtee-Mischung mit unter Anderem Süßholzwurzel schon glatt wieder lecker …

Habt ihr einen Geheimtipp, der in diese Sammlung noch hineingehört? Schreibt mir einen Kommentar oder eine E-Mail! Und falls es euch erwischt hat: Gute Besserung!

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Fußnoten:

  1. Quelle: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/erkaeltung-grippaler-infekt/
  2. https://www.heilpflanzen-online.com/heilpflanzen-a-z/salbei.html
  3. https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/947726/hohe-antivirale-potenz-extrakt-zistrose-punktet-erkaeltung.html
  4. siehe dazu z. B. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2015-11/aetherische-oele-fuer-babys-und-kleinkinder-gefaehrlich/

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