Mit dem Sich-aus-dem-Bett-quälen ist die erste Hürde ist endlich (irgendwann) geschafft, jetzt muss man „nur noch“ richtig wach werden.

Wer kennt das nicht: Je müder man noch ist, desto unleidiger – ja, regelrecht grantig – ist man. Dann kommt so ein bisschen wachmachende Unterstützung schon ganz recht. Kaffee verträgt aber nicht jeder. Und außerdem gewöhnt sich der Körper bei regelmäßigem Konsum an die Dosis, man muss sie also eigentlich immer weiter steigern, um den gleichen Effekt zu erzielen.

So viel zu den allgemein bekannten Fakten. Aber wusstet ihr, dass Koffein in Kombination mit Theanin verträglicher ist? Die natürliche Aminosäure, die in schwarzem und grünen Tee enthalten ist, gleicht aus, wenn Koffein allein zu Hibbeligkeit führt, macht aber nicht müde. Abends genommen (dann natürlich ohne Koffein) verbessert sie die Schlafqualität, so erste Ergebnisse aus Studien – macht ja Sinn, denn Tee kann sowohl anregende als auch entspannende Wirkung haben. (Mehr zu Theanin hier.)

Viele trinken lieber gleich Tee in der Früh, besonders die schwarzen und grünen Sorten machen munter. Und dann gibt es da noch den Matcha (= gemahlener grüner Tee, siehe z. B. Infos hier), ein bisschen ein Trendgetränk seit einiger Zeit. Mir persönlich ist er zu bitter. Vielen anderen auch, daher hat sich die Matcha Latte etabliert, aber Achtung: Die in grünem Tee/Matcha enthaltenen gesunden Catechine werden durch Kuhmilch gebunden, also in dem Fall lieber mit pflanzlicher Milch zubereiten!1

Wer wie viele in meiner Familie mit sehr niedrigem Blutdruck zu tun hat2, der profitiert womöglich von der blutdruckanregenden Wirkung von Süßholzwurzel- oder Rosmarintee. (Versteht sich von selbst, aber sicherheitshalber: Bitte nicht trinken, wenn man unter Bluthochdruck leidet, auch wenn Süßholztee echt verdammt lecker ist.) Und noch ein ganz allgemeiner Tipp: Neben den oft empfohlenen Wechselduschen, die aber echt tierisch viel Überwindung kosten, ist es bei niedrigem Blutdruck sehr vorteilhaft, etwas salziger zu essen.

Nicht zu vergessen beim Thema Wachmacher: Der Mate-Tee. Viele schwören drauf, meinen Geschmack trifft es nicht unbedingt, ich bin für bitter nicht ganz so zu haben.

Besser finde ich da Guarana, das ist zwar auch bitter, aber daher gibt es das auch gleich als Kapseln. (Gut, Coffeintabletten gibt es auch, aber als ich die damals als Teenie mal ausprobiert hatte, war ich ein zittriges Nervenbündel.) Der Wirkstoff von Guarana ist ebenfalls Koffein, das wird aber über einen längeren Zeitraum abgegeben und ist somit verträglicher sowie langanhaltender.

Etwas unbekannter, aber ich bin bisher sehr begeistert davon: Guyausa. Gibt es lose sowie in Teebeuteln oder Pads für die Maschine. Enthält ebenfalls Koffein, ungefähr so viel wie Kaffee, aber auch Theanin und andere natürliche Stoffe, durch die man gleichmäßiger und langanhaltender wach wird. Die Quechua-Indianer aus dem Amazonasregenwald nutzen die Wirkung des Stechpalmengewächses Ilex Guayusa schon „etwas“ länger als wir hier in Europa den Kaffee (der kam „erst“ im 16. Jahrhundert nach Istanbul bzw. damals Konstantinopel, siehe hier).

Wenn wir grad schon beim Thema Trinken in der Früh sind: Egal, welches Heiß- oder Kaltgetränk ihr bevorzugt, als erste solltet ihr euch ein großes Glas Wasser gönnen! Nach dem Schlafen sind wir dehydriert. Und genug Energie hat nur, wer den ganzen Tag über genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Außerdem regt ein Glas Wasser in der Früh gleich mal den Stoffwechsel an und hilft dem Immunsystem, Krankheitserreger zu entsorgen.3

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Licht ist auch ein sehr guter Wachmacher. Selbst ein bedeckter Himmel ist wesentlich heller als das Licht in Innenräumen! (dunkler Wintertag: 3000 bis 5000 Lux = Einheit für Beleuchtungsstärke vs. 400 bis 500 Lux bei normaler Innenraumbeleuchtung, siehe hier)
Wer besonders in der dunklen Jahreszeit mit dem Lichtmangel zu kämpfen hat und es zeitlich oder aus welchen Gründen auch immer nicht einrichten kann, regelmäßig (!) ausreichend helles (!) Licht zu tanken: Mir hat letztes Jahr eine Tageslichtbrille enorm geholfen, siehe dazu auch dieser Artikel.
So oder so empfiehlt es sich für jeden (wenn irgendwie möglich und draußen überhaupt schon hell genug), zum Aufwachen einfach mal fünf Minuten raussetzen. Und optimal wäre im Anschluss daran etwas Bewegung oder sogar Sport, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

So möchte ich demnächst4  einfach mal ausprobieren, ob mir eine der folgenden Yoga-Morgenroutinen zusagt: Da wären zum einen zwei kostenlose Videos, nämlich dieses (von Mady Morrison, auf Deutsch) und dieses (Yoga with Adriene, auf Englisch), sowie zum anderen das 7-tägige Programm „Yoga am Morgen“ von YogaEasy (dort habe ich seit über einem Jahr ein Abo und möchte das jetzt endlich mal nutzen; wer ebenfalls einen kostenlosen Probemonat nutzen will, ist hiermit herzlich eingeladen).

Bevor ich langsam zum Schluss komme: Vorgestern hat mein Mann eine Sendung auf einem der Privaten5, die mich daran erinnerte, dass es auch (natürliche) Stoffe gibt, die den Schlaf verbessern sollen. Frei nach dem Prinzip: Was beim Tiefschlaf hilft, lässt einen morgens ausgeschlafener aufwachen. In der Sendung wurde nämlich darüber berichtet, dass sich einer ein goldenes Näschen an einem „Ausgeschlafen-trotz-wenig-Schlaf-Getränk“ verdient hat. Einerseits lag das bestimmt an der geschickten Vermarktung: Dass ihm das in der Gaming-Szene und in Ländern wie Japan6 aus der Hand gerissen wird, ist klar. Aber als ich mir die Inhaltsstoffe so angesehen habe, klang das auch durchaus so, als könnte das Zeug sogar wirken.

Geläufig war mir nämlich durchaus, dass die Aminosäuren Glycin und Glutamin förderlich für einen gesunden, erholsamen, tiefen Schlaf sein sollen. Obendrauf steckt Kreatin drin, ein natürlicher Energieträger, der schon lang nicht mehr nur von Kraftsportlern genutzt wird. Alle drei Substanzen hab ich sogar tatsächlich daheim, in meiner sprunghaften Art habe ich sie bisher nur leider noch nie mal wirklich konsequent über einen längeren Zeitraum ausprobiert. Da kämen so praktische Fläschchen natürlich schon recht, aber ich muss sagen, der Preis schreckt mich ein bisschen ab. Vom Gramm-Preis her kommt es nämlich deutlich günstiger, Glycin, Glutamin und Kreatin einzeln als Pulver zu kaufen …

Zum Schluss möchte ich mir einen Hinweis nicht verkneifen: Anregende Substanzen dürfen nicht auf Dauer Mittel zum Zweck sein, die Schlafdauer auf unter ein gesundes Maß zu drücken! Auch wenn das nicht immer jeder hinnehmen mag, aber Schlaf hat nun mal seinen biologischen Sinn.

Wie viel Schlaf man braucht, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, am gängigsten sind 7-9 Stunden. Wenige bleiben mit 6 Stunden pro Nacht dauerhaft gesund, manche bräuchten eigentlich 10 Stunden (ich hab manchmal den Eindruck, zu denen gehöre ich). Darüber oder darunter ist aber auf jeden Fall problematisch, siehe diesen interessanten Artikel. Wenn man mal ein, zwei Nächte etwas weniger abbekommt, ist das kein Drama. Der Körper holt sich meist sowieso den Schlaf, den er braucht, man kann den schon mal an anderer Stelle nachholen. Insgesamt sollte man in einer Woche auf 50 Stunden Schlaf kommen, möglichst gleichmäßig verteilt.

Wer genug schläft, aber trotzdem müde ist, sollte nachforschen (ggf. mit ärztlicher Hilfe), da können unzählige andere Ursachen dahinterstecken, z. B. eine nächtliche Schlafapnoe oder auch eine Winterdepression.

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Fußnoten:

  1. siehe https://www.matcha108.de/matcha-zubereitung/matcha-latte-zubereitung/
  2. und womöglich auch noch mit einem niedrigen morgendlichen Ruhepuls – morgens vor dem Aufstehen bin ich mit 45 Herzschlägen pro Minute mehr Schildkröte als Mensch
  3. https://www.woman.at/a/morgen-frueh-glas-wasser-trinken
  4. genauer gesagt im Oktober, den ich ganz ins Zeichen von „Mehr Sport!“ setzen werde
  5. während ich noch immer am Laptop hing – war vielleicht eine Safari-Doku, irgendwas mit Löwen *zwinker*
  6. die sowieso noch mal ganz anders drauf sind, was das Verhältnis zu Schlaf, erwarteter Leistung mitsamt Leistungsdruck sowie Ansprüchen an jeden Einzelnen angeht

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