Puuuh, Spätherbst ist echt nicht ohne. Geht’s euch auch so, dass ihr so langsam am liebsten den Winterschlaf antreten würdet? Ich muss definitiv irgendwo Murmeltiere in meinem Stammbaum haben, da gibt es keinen Zweifel dran.

Aber allein bin ich damit nicht, das ist klar. Wo man auch hingeht, alle stöhnen und ächzen. Grautrübe und vor allem saukurze Tage gehen an keinem spurlos vorbei. Überall die gleichen Klagen: Abends sehr früh müde, (Warnstufe rot bei mir auf der Vor-dem-Fernseher-Einschlaf-Gefährdungsskala), leichte Beute für Erkältungen (alle vier waren wir immer wieder recht gebeutelt die letzten Wochen, so mancher Tag beginnt jetzt standardmäßig mit Kratzen im Hals), Motivation und Energie sind ziemlich weit unten. Es gibt Tage, da mach ich wirklich nur das Allernötigste.

Diese Tage fühlen sich dann immer so an, als hätte man gar nichts gemacht. Stimmt aber so ja auch wieder nicht. Die kleine Maus wird in ein paar Tagen 7 Monate alt, sie hält mich jetzt schon deutlich mehr auf Trab als noch im Sommer. Während sie dann tagsüber hier und da ein Schläfchen hält, versuche ich (an den Nicht-Durchhänger-Tagen) zu erledigen, was halt so ansteht. Und nachmittags kommt ja dann der kleine Wildfang vom Kindergarten heim und stellt die Bude auf den Kopf. Überhaupt ist man mit Baby ständig auf Standby, abends ist die Kleine oft bis zehn, manchmal auch elf Uhr wach (Nachtmensch halt), dann nachts weiterhin stillen alle paar Stunden. Und trotzdem fühlt es sich manchmal an, als hätte ich gar nichts gemacht. Komisch eigentlich. Aber meine Therapeutin meinte letztens, dass das ein sehr typisches Phänomen sei, grad auch bei jungen Müttern … irgendwie fühlen wir uns doch ständig so, dass wir gar nicht all das tun, was wir könnten oder müssten …

Dennoch: Lang ist es jetzt nicht mehr hin, bis ich wieder das Arbeiten anfange, dann wird das tägliche Pensum noch mal ein ganz anderes. Drei Monate sind ja ruckzuck um, die Zeit verfliegt einfach viel zu schnell. Ich bin schon glatt ein bisschen wehmütig, dass die Elternzeit bald „schon wieder“ vorbei ist. Diese Wehmut trägt natürlich auch nicht gerade dazu bei, sich energiegeladen und tatkräftig zu fühlen.

Diesen Blog hier habe ich jetzt auch viel zu lange schändlich vernachlässigt – mea culpa, ich gelobe Besserung! Den Saisonkalender für November reiche ich in Kürze nach, versprochen!

Alles läuft gerade darauf hinaus, dass ich mich jeden Tag ein bisschen träger fühle und gleichzeitig das Gefühl von gestresst sein/nicht hinterherkommen/Aufgabenberg zu groß durch die Decke schießt. Versteht mich nicht falsch, ich bin heilfroh, dass es mir um Welten besser geht als letztes Jahr um diese Zeit. Ich trage auch brav täglich meine Tageslichtbrille1 Aber gänzlich alle Probleme löst das nicht. Der tägliche Kleinkrieg gegen das eigene Unlustgefühl zermürbt, es muss sich was ändern. Eine neue Strategie muss her!

Was hilft also gegen Stress, baut Spannung ab, wirkt stimmungsaufhellend und verleiht Energie und Motivation? Ganz klar, der gute alte Sport! Wollte ich ja sowieso machen, doch die ganzen guten Vorsätze waren im Angesicht der ersten kleinen Erkältung schon wieder in sich zusammengekracht wie ein Kartenhaus. Jetzt also ein neuer Anlauf …

Ich habe mir also ein wöchentliches Rahmenprogramm zurechtgelegt:
Ein Tag Ausdauertraining, dann ein Tag Pause2, nächster Tag HIIT oder Kraftübungen, dann ein Tag Pause sowie ein Tag mit Stretching oder Relax-Yoga, danach  ein Tag nach Wahl (z. B. mit Rücken- oder Beckenbodenübungen) und dann wieder ein Tag Pause.

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An den Pausentagen steht Entspannung an (z. B. Meditation, Progressive Muskelentspannung oder auch endlich mal diese Mandalas ausmalen, die schon vor Ewigzeiten mal in den Einkaufswagen gewandert waren).
Das sind täglich 20-30 Minuten Zeitaufwand, die echt einfach mal drin sein müssen, um mir selbst was Gutes zu tun. Ist euch nämlich mal aufgefallen, dass man gar nicht unbedingt so sehr an Zeitmangel leidet, wie man das immer glaubt? Vielmehr ist es die Energie, die nach einem langen Tag dann fehlt und die man dann vor dem Fernseher aufzuladen glaubt. Ist aber ein Trugschluss. Klar, ein bisschen Abschalten und Berieseln-lassen muss schon auch sein, aber wenn mal eine Sache wirklich gut erforscht ist, dann die positiven Auswirkungen von Sport und Entspannung auf die Gesundheit.

Nach diesem Schema mache ich das jetzt seit knapp einer Woche und bin zur Abwechslung mal wirklich hochmotiviert, weil stolz auf mich und weil’s wirklich sehr gut tut (und tatsächlich Spaß macht – das ist übrigens das A und O an der Sache! Ein Sport, der nur quält, bringt nix, aber für jeden gibt es das Richtige, glaubt mir!). Entsprechend hat das grad hohe Prio – selbst wenn ich sonst nichts (oder eben gefühlt nichts) reiße an manchen Tagen: Dieses Sport- und Entspannungsprogramm ziehe ich jetzt durch.

A propos Entspannung: Ich stelle immer wieder fest, dass ich ein absoluter Duftmensch bin. Da ist Herbst und Winter natürlich ganz toll – letztens erst die frische kalte Abendluft, in der es nach Kamin duftete – dann am Wochenende die fruchtig-würzige Füllung der Martinsgans (Rezept reiche ich noch nach!) – außerdem saftige Orangen und die typischen Weihnachtsdüfte Zimt, Anis und Nelke im Kinderpunsch auf dem gestrigen Laternzenumzug … ein Traum! Schnuppern und genießen! Und so steht auch ganz weit oben auf meiner Entspannungsliste: 10 Minuten Nase über eine Duftkerze halten, Kaminknistern auf die Lautsprecher legen und einfach mal auf den Atem konzentrieren, dabei Seele baumeln lassen …

Was ich Gutes für mich getan habe, was mir Schönes passiert ist und wofür ich mich lobe, halte ich übrigens seit ein paar Wochen kurz schriftlich in einer Art Tagebuch fest. Meine Therapeutin trug das als Erste an mich ran, und zwar in Form eines Positivtagebuchs bzw. seit Kurzem auch als Lobtagebuch. Durch Zufall bin ich drauf gestoßen, dass das aktuell sogar ein bisschen im Trend ist, sich das dann „Journaling“ nennt und sich ein bisschen vom klassischen Tagebuch-Schreiben unterscheidet. Hier gibt es einen ganz netten Artikel dazu. Die für mich wichtigste Info auf dieser Seite war, wirklich Stift und Papier herzunehmen, weil so beide Gehirnhälften gefordert werden.
Man kann sich dafür dieses Buch* holen, wenn man ein bisschen mehr Abwechslung bei den verschiedenen Fragen sowie unterschiedliche Tages-Challenges haben möchte („Ruf heute eine alte Freundin an!“), oder man nimmt sich einfach ein leeres Notizbuch und 5 Minuten Zeit, um die wichtigsten Erkenntnisse zum aktuellen Tag festzuhalten. Mich persönlich sprechen die folgenden Punkte am meisten an und ich wähle daraus aus, was für den Tag am besten passt:

  • Was habe ich heute Gutes für mich getan? (gern auch festhalten, wenn ihr was für andere getan habt – aber an erster Stelle steht ihr selbst bei dieser Übung!)
  • Was ist mir heute Gutes widerfahren? (das kann auch eine Kleinigkeit sein! Beispiel: „Ich musste heute am S-Bahn-Steig lachen, weil eine kleine Maus lustig durch die Gleise gehüpft ist“)
  • Wofür lobe ich mich heute? (auch hier wieder: nicht nur große Errungenschaften hervorheben!)
  • Wofür bin ich heute dankbar? (auch kleine Dinge und nicht jeden Tag das Gleiche! Darf auch gern das Glück im Unglück sein, also „Ich bin dankbar, dass ich erst heute Halsschmerzen habe und nicht schon gestern, als ich Gäste zum Essen da hatte“)
  • Was könnte ich bei der nächsten ähnlichen Situation besser machen? (wichtig: das soll nicht zu Selbstkasteiung führen, sondern den Blick in positiver Weise auf Veränderung richten)
  • Meine Affirmation des Tages?

Wichtig: Erwartet nicht von euch, das jeden Tag ganz lang zu machen, sondern nehmt euch einfach nur vor, einen einzigen Satz zu schreiben, mehr nicht. Wenn ihr Lust, Zeit und Energie für längeres Schreiben habt, dann wunderbar, aber erwartet es nicht zwangsweise von euch, ihr macht euch nur unnnötig Druck. Weniger ist mehr, aber dafür regelmäßig! Das folgt auch wieder dem Prinzip meiner geliebten Mini-Gewohnheiten 😉 …

Ihr seht, ich habe fleißig Positive Psychologie betrieben in letzter Zeit! Außerdem bin ich über einen urkomischen (für mich) neuen Comedian gestolpert, habe ein Rezept für Ingwer-Kurkuma-Shots ausprobiert als dringend notwendigen Immunsystem-Booster und möchte unbedingt demnächst zwei kürzlich entdeckte Rezepte für Raffaelo- und Kinderschokolade-Likör ausprobieren. Und bis zur Plätzchenzeit ist es auch nicht mehr lang hin (meine Lieblingsrezepte stehen schon in den Startlöchern)! Jede Menge Futter für Blog-Beiträge also … in diesem Sinne: Stay tuned!

 

PS: Ganz vorzüglich hilft gegen trübgrauen Morgenginst – gegen taubtrüben Ginst am Musenhain – gegen trübtauben Hain am Musenginst – gegen grautrüben … ach, gegen all das auf jeden Fall – Lachtherapie mit Doktor Loriot. Krawehl, krawehl!

Kraweel, kraweel!  Melusine …

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* kennzeichnet Amazon Affiliate Links (ohne Nachteil für euch,
siehe dazu auch meine About Me-Seite)

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Fußnoten:

  1. Wer sich dafür interessiert, ich habe in diesem Artikel ein bisschen was darüber geschrieben.
  2. ganz wichtig, der Körper und insbesondere die Muskeln brauchen die Pausentage, um sich generieren zu können!

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