In nicht mehr ganz zwei Wochen ist Halloween! Früher habe ich mir eher weniger draus gemacht, aber kaum hat man Kinder, wird man schnell selbst wieder zu einem. Und ist das nicht wunderbar? Plötzlich entdeckt man den Zauber dieser Jahreszeit wieder – überall herbstliche Farbenpracht, Kastanien zum Sammeln, Blätter zum Pressen. An jeder dritten Ecke stehen Kürbisstände, am Himmel tummeln sich Drachen. Milde Tage und Herbststürme, verkleidete Gestalten und Kürbisgesichter, dann folgen bald Laternen und Martinsgänse, der alte Herr mit dem weißen Rauschebart und dem roten Umhang, süße Naschereien, wenn die Küche zur Backstube wird, dann Christkind und Feuerwerk, Rodeln und Schneemänner, noch mal verkleidetes buntes Treiben, bis dann Häschenohren und bemalte Eier den Frühling wieder begrüßen.

Ist es nicht schön, die Welt mal wieder ungeniert durch Kinderaugen zu betrachten, statt mit Scheuklappen gestresst durchs Leben zu hetzen? Ich alte Frostbeule tu mir ja etwas schwer mit der dunklen Jahreszeit mit ihrem oft ungemütlichen Wetter, ich bin und bleibe ein Kind des Sommers. Aber das heißt nicht, dass man Herbst und Winter nicht auch etwas Gutes abgewinnen kann, schließlich sind diese ganzen jetzt anstehenden Festlichkeiten nichts anderes als der Versuch der Menschen, sich diese (zumindest früher) harte Zeit erträglicher zu machen. Vor dem Erfrieren und Hungersnöten müssen wir uns nicht mehr fürchten, aber deswegen kann einem die zunehmende Dunkelheit trotzdem zusetzen und aufs Gemüt schlagen. Umso wichtiger, jede Gelegenheit zum Lichttanken zu nutzen und darüber hinaus ein bisschen für Vergnügen zu sorgen. Das hatte ich heute beim Kürbisschnitzen …

Mein Bald-Vierjähriger konnte dabei noch nicht so wahnsinnig viel helfen, das scharfe Messer bleibt dann doch lieber mal in erwachsener Hand. Aber er hat vor Kurzem das Fotografieren für sich entdeckt und so dokumentierte er fleißig mit1, während uns gleichzeitig das Hörspiel „Die kleine Hexe“ die passende Atmosphäre schuf.

Eine schnelle Bildersuche fördert Myriaden an Motiven für Kürbisgesichter zutage, da hat man dann die Qual der Wahl. Die Grinsekatze fand bei uns allen große Zustimmung, wobei ich mich am liebsten an zwei oder drei Gruselfratzen versucht hätte. Na ja, kann sein, dass ich bis Halloween sowieso noch mal ran muss, denn eigentlich bin ich viel zu früh dran. Vor lauter Elan habe ich mich nämlich gleich ans Schnitzwerk gemacht, statt erstmal herauszufinden, wie lange die Dinger eigentlich ansehnlich bleiben. Elf Tage sind es bis Halloween, so lange müsste der orange Grinsekopf jetzt durchhalten – damit sind wir schon eher am oberen Ende der Zeitspanne, die das geschnitzte Gemüse überleben kann. Bei schlechten Bedingungen (Wärme, Feuchtigkeit) sind es auch mal nur wenige Tage. Also teste ich bei der Gelegenheit auch gleich mal ein paar der gängigen Methoden zum Haltbar(er)machen.

Empfohlen wird zunächst einmal eine gründliche Waschung des orangen Ungetüms, bevor man mit dem Ritzen beginnt. Na toll, hab ich schon mal nicht gemacht. Stattdessen werde ich morgen wohl den Tipp mit dem Einlegen in verdünnte Bleiche (15 ml auf 1 Liter Wasser) ausprobieren. (In weiser Vorausahnung hab ich irgendwann mal Sauerstoffbleiche gekauft – ich wusste doch, dass ich die mal brauchen würde ;-)). Wenn er ein paar Stunden gebadet hat und dann trocknen durfte, bekommt er noch eine Schicht Klarlack (hab ich auch letztens erst besorgt) und ein sonnengeschütztes, überdachtes Plätzchen. So zumindest der Plan. Mal sehen …

Habt ihr auch Lust bekommen, euch an euer eigenes kleines Kürbiskunstwerk zu wagen? Wenn ihr nicht eh schon Kürbis-Veteranen seid, hier noch ein paar Tipps:

  • Fangt nicht zu früh an! Wer keine Lust auf aufwändige Konservierarbeit hat, die am Ende vielleicht doch nichts bringt, geht auf Nummer sicher und zückt das Messer erst kurz vor Halloween.
  • Wärme beschleunigt den Verfall – je öfter ihr brennende Teelichte in euren Kürbiskopf steckt, desto schneller müsst ihr wieder Abschied von ihm nehmen.
  • Setzt das Messer eher schräg an, wenn ihr oben eine Öffnung zum Aushöhlen reinschneidet. Je senkrechter der Schnitt, desto weniger gut hält der „Deckel“.
  • Das Motiv lässt sich ganz gut mit einem Bleistift anzeichnen. Mit ein bisschen Reiben bekommt er die Striche wieder weg, wenn ihr noch nicht so zufrieden seid.
  • Plant nicht zu filigran, da bricht sonst schnell mal was raus.
  • Falls das passiert (oder ihr einfach ein Kleinkind daheim habt, das sich nichts Böses dabei denkt, wenn es ein Stück wegbricht, was noch raussteht 2): Stecknadeln können bei der Reparatur helfen.
  • Kratzt besonders die weichen Stellen im Inneren gut weg, da stürzt sich der Schimmel am schnellsten drauf!

Bleibt mir noch, euch gutes Gelingen zu wünschen. Und: Genießt die schönen Herbsttage!

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Fußnoten:

  1. Da wird wohl zum Geburtstag eine Kinderkamera fällig, ich liebäugele gerade mit dieser hier
  2. Mein lautes „Niiiiiiicht“ kam zu spät, dafür durfte dann Sohnemann trösten, mein Rufen hatte ihn erschreckt und er hatte ja gar nichts kaputt machen wollen, der arme Tropf

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