… blickt mir morgens entgegen. Es sind weniger die verstrubbelten Haare oder die verquollenen Augen, die mich erschaudern lassen. Es ist vielmehr die monströs schlechte Laune, die mir im Spiegel entgegen blickt. Und wenn dann auch noch der kleine dreieinhalbjährige Trödelbär jauchzend seine Unterhose die Kellertreppe runter wirft, statt sie anzuziehen, ist es mit meiner Contenance komplett vorbei. Guten Morgen, liebe Weißglut, bist du auch schon wieder wach?

Fünf Minuten habe ich noch, um ihm und mir die Zähne zu putzen und die kleine Maus fertig zu wickeln, sonst höre ich heute Nachmittag wieder Klagen, dass es keine Brezn mehr gab beim Frühstück im Kindergarten und überhaupt so wenig Zeit zum Essen war. Seufz.

Gut, ich gebe zu, ich bin viel zu spät ins Bett gegangen, nachts kann man einfach am ungestörtesten schreiben. Dann noch zweimal im Halbschlaf stillen, und schon ist die Nacht rum. Kurz nach sechs ist aber auch einfach eine unmenschliche Zeit. Da kann die Stimme noch so süß sein, die mir ins Ohr plärrt:

„Maaaaammmmaaaaaaaaaaa, ich muss Piiiipppppiii“

Ich schaff’s aber auch nicht so recht raus aus meiner Haut. Ich bin und bleibe ein Morgenmuffel, bestimmt schon in der dritten oder vierten Generation. Laut Peter Spork liegt das am Chronotyp. In seinem Buch „Wake up!“ schreibt er sehr interessant über eben diese Chronotypen (ich bin eindeutig ein Spättyp, also eine Eule, mit noch dazu einem hohen Schlafbedürfnis). Weitere Themen sind der Einfluss von Licht auf unseren Lebensrhythmus und warum die Zeitumstellung so ein Schmarrn ist sowie Schlafphasen und natürliche Leistungsschwankungen im Verlauf des Tages, denen jedes Lebewesen unterliegt.

Als ich das Buch vorletztes Jahr in den Händen hielt, habe ich es regelrecht verschlungen. Mit dieser Thematik rennt der Autor bei mir offene Türen ein. Gerade zur Bedeutung von Licht für den Menschen gibt es noch so einige Erkenntnisse, worüber ich auf diesem Blog berichten möchte …

Trotzdem hilft mir das leider nicht, denn auch wenn es stimmt, was der Autor sagt – den eigenen Chronotyp kann man nicht ändern – so werde ich mein Eulendasein nur an wenigen Tagen im Jahr wirklich ausleben können. Die Gegebenheiten des Alltags richten sich nunmal nicht nach mir, und so bleibe ich auf der Suche nach dem heiligen Gral. Sprich: Nach einer Strategie, wie ich meinen Körper morgens von den Toten erwecken und in der darauffolgenden halben Stunde mein inneres Monster soweit bändigen kann, dass es keine geliebten Familienmitglieder auffrisst.

Dazu an anderer Stelle mehr: Hilft es, zum Gegenangriff überzugehen, und mit welcher Wecker-Strategie kommt man am besten aus den Federn?

Stay tuned und danke fürs Lesen!

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