Oh je, Sohnemann niest seit gestern schon wieder ganz schön häufig … heute Morgen gleich mal volle Kanne aufs Baby drauf. Ich war „not amused“. Das werden doch nicht die ersten Anzeichen einer sich anbahnenden Erkältung sein?

Ich male mir schon wieder Horrorszenarien aus, von vier kranken Häuflein Elend daheim im Lazarett, draußen an der Tür in roten Lettern das Wort „Quarantänebereich, kein Zutritt“.

Dass jetzt langsam die Erkältungssaison wieder losgeht, war mir schon klar, aber ehrlich gesagt hatte ich noch nicht so schnell damit gerechnet. Also jetzt gleich mal mit dem Abwehrstärkungsprogramm starten. Schadet nicht, selbst wenn es vielleicht nicht diese erste Erkältungswelle – so es denn eine ist und ich nicht grad den Teufel an die Wand male – abhalten, sondern eventuell nur mildern kann.

Die letzte Erkältungssaison kam mir sehr heftig vor und schien mir auch gar kein Ende zu nehmen. Zwar stärkt natürlich jede Erkältung das Immunsystem von Heranwachsenden und hat damit irgendwo auch was Positives, aber ab irgendeinem Punkt ist es dann auch mal gut. Wenn man den Eindruck bekommt, dass das Kind jede zweite Woche krank daheim bleiben muss, möchte man dann gerne mal ein bisschen unterstützen und die Abwehrkräfte stärken.

Das Allerwichtigste sind natürlich erst mal ausreichend Schlaf, genug trinken, ein gesundes Maß an Bewegung und eine ausgewogene Ernährung (manch einer schwört zur Krankheitsabwehr sogar auf scharfes Essen, siehe Erklärung weiter unten). Das Wundermittel schlechthin gibt es bei Viruserkrankungen einfach nicht, das ist klar. Und manches mag beim Einen mehr, beim Anderen weniger helfen. Trotzdem gibt es natürliche Mittel, die unterstützen und mit denen ich ganz gute Erfahrungen gemacht habe.

An dieser Stelle aber gleich der Hinweis: Ich bin keine Medizinerin, keine Ärztin, keine Apothekerin oder sonstwie Spezialistin auf dem Gebiet, das sind lediglich meine persönlichen Erfahrungswerte. Wenn ihr was ausprobiert, dann bitte immer mit Verstand und auf eigene Verantwortung sowie ggf. mit ärztlicher Rücksprache. Ich übernehme keine Haftung.

Propolis war mir für Erwachsene schon länger ein Begriff. Mit diesem Bienenharz schützen die fleißigen Insekten ihren Bienenstock vor Bakterien, Viren und Pilzen. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die das belegen. Dennoch schwören viele darauf und auch ich bilde mir ein, dass es dem Immunsystem ganz gut hilft. Wer auf Bienen allergisch reagiert, sollte aber vorsichtshalber auf Propolis verzichten.

Dass Kinder unter 12 Monaten keinesfalls Honig (und zur Sicherheit auch keine sonstigen Bienenprodukte) bekommen dürfen, ist bekannt.1 Unser Junior ist aber weit über das Alter raus, und so hatte ich letzte Jahr mal ein bisschen recherchiert, ob Propolis nicht etwas für ihn sein könnte. Kapseln kommen natürlich nicht in Frage, Tropfen mit Alkohol schon gar nicht, und außerdem ist Propolis an sich recht bitter. Also war es gar nicht so leicht, etwas zu finden. Am Ende ist die Wahl auf das hier gefallen, das ist laut Hersteller ab 4 Jahren geeignet und enthält noch ein paar mehr Inhaltsstoffe, die mir im Zusammenhang mit Erkältungsabwehr geläufig sind, nämlich Echinacea, Salbei und Spitzwegerich. Unserem Sohnemann schmeckt es und er verträgt es ohne Probleme, also gibt es das jetzt wieder 3 x täglich.

Für uns Erwachsene schwöre ich auf Ingwer und Curcuma, beides wirkt erwiesenermaßen entzündungshemmend und stärkt die Abwehr. Ersteres bei uns gern in Form von reichlich Ingwerwasser, Letzteres bevorzugt als Golden Milk2, empfehlenswerte Rezepte und mehr Infos zu Curcuma hier oder hier.

Überhaupt, wer die Schärfe von Ingwer mag, der kann sich bei nahender Erkältung auch zusätzlich an Chili, Peperoni und Paprika halten. Das darin enthaltene Capsaicin gilt als immunstärkend und entzündungshemmend3. So erklärt sich auch, warum scharfes Essen als erkältungsabwehrend bekannt ist.

Übrigens soll auch Manuka-Honig aus Neuseeland unter Anderem immunstärkend sein. Das Zeug ist sauteuer (gibt’s z. B. in der Drogerie), ich habe es trtzdem vor einer Weile mal gekauft, aber bisher nicht vorbeugend verwendet, sondern eher im Akutfall („bei den ersten Erkältungssymptomen“, wie es so schön heißt). Da schien es mir sehr hilfreich, besonders bei bakteriellen Infekten wie eitrigen Mandeln.

Mein Nachbar schwört zur Immunstärkung auf Grapefruitkernextrakt (in Tropfenform erhältlich in der Apotheke), das war mir damals, als ich es ausprobiert hatte, allerdings ein bisschen zu umständlich. Eine Kollegin hat mir mal den Tipp gegeben, dass Traubenkernextrakt (OPC) ganz toll sein soll. Ich muss jedoch gestehen, dass ich mich nicht mehr recht erinnere, wie oft oder auch nicht ich damals erkältet war, als ich die OPC-Kapseln genommen hatte.

Der Vollständigkeit halber, auch wenn das jedem bekannt sein dürfte: Vitamin C ist nach wie vor unerlässlich für die Gesundheit und insbesondere das Immunsystem. Es heißt, dass sich bei hoher Belastung des Immunsystems (z. B. wenn alle um einen herum husten und schniefen) der Bedarf an Vitamin C erhöht und hochdosiertes Vitamin C helfen kann. So habe ich Folgendes einmal auf der Seite des sogenannten „Fitnesspapstes“ Dr. Strunz gelesen4:

Wenn Sie merken, dass sich bei Ihnen ein Erkältung ankündigt, sollten Sie sofort für die nächsten 6 Stunden jede Stunde 1000 Milligramm Vitamin C einnehmen. Vitamin C wird von den Immunzellen aufgesogen und macht sie erst richtig aktiv. Weniger ist nicht wirksam! Das wurde erneut in einer Vitamin C-Studie aus dem Jahr 2000 bestätigt: 263 Studenten bekamen bei ersten Erkältungssymptomen in den ersten 6 Stunden stündlich 1000 Milligramm Vitamin C, danach 3 mal täglich 1000 Milligramm. Die Schnupfensymptome nahmen um 85 Prozent ab im Vergleich zu einer Gruppe, die nur einmal täglich 1000 Milligramm täglich Vitamin C einnahm.

Überflüssiges Vitamin C wird ausgeschieden, die Gefahr einer Überdosierung ist demnach gering. Ob Einbildung oder nicht, so manches Kratzen im Hals konnte ich mit der Methode tatsächlch schon abwehren. Und wenn es tatsächlich zur Erkältung kam, schien sie weniger schlimm zu sein (so auch beobachtet an meinem Mann).

Auch eine gute Versorgung mit Zink und Selen spielt ohne Zweifel eine wichtige Rolle. Noch ein Argument mehr für eine gesunde Ernährung.

Last but not least wird häufig ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel als wichtige Voraussetzung für ein gutes Abwehrsystem genannt. Das ist jetzt so direkt nach dem Sommer vielleicht weniger ein Problem, sollte aber im Hinterkopf behalten werden, je weiter es in den Winter hinein geht.

Ich hoffe, die eine oder andere hilfreiche Information war für euch dabei! Ich wünsche allen auf jeden Fall gute Gesundheit!

 

PS: Das Baby niest auch schon 🙁 – kennt jemand noch den Film „Unendliche Geschichte“ aus den 80ern? Die uralte Morla? Nein? Dann hier eine kleine Gedächtnis-Auffrischung:

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Fußnoten:

  1. Das hängt mit einem Bakterium im Honig zusammen, den so kleine Kinder nicht verstoffwechseln können.
  2. und neuerdings auch in Kapselform, seit ich einen interessanten Artikel darüber gelesen habe, dass die Bioverfügbarkeit von Curcuma in Verbindung mit Lecithin besser sein soll
  3. https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/entzuendungshemmend-und-verdauungsfoerdernd-mit-der-richtigen-zubereitung-wird-kurkuma-zum-natuerlichen-kortison_id_10314046.html
  4. https://www.strunz.com/de/news/vitamin-c-der-alleskoenner.html

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